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Was Robbie Williams nicht gelang

Hier ein Artikel von abendzeitung.de :

Was Robbie Williams nicht gelang: Die Jungs von Tokio Hotel entfachen auch in Nordamerika Fanhysterie. Was lässt Jugendliche weltweit in kreischende Verzückung geraten, sobald Bill und Co. irgendwo auftauchen?

Freude und Frust liegen im Forum der Tokio-Hotel- Homepage derzeit nur einen Mouseklick auseinander. „Danke, dass ihr kommt. Ich liebe euch“, schreibt ein Mädchen aus New York. Ein Dutzend Mal. „Bitte tretet doch auch in San Francisco auf“, bettelt ein anderes. Und ein Teenager aus Los Angeles schreibt: „Ich werde heute Abend zu Hause sitzen und mir die Augen ausweinen.“ Warum? Weil vier junge Burschen aus einem Kaff bei Magdeburg erstmals durch Nordamerika touren, und „Naomi Kaulitz“ aus dem hippen Hollywood keine Karte mehr bekommen hat.

Sänger Bill Kaulitz, Gitarrist und Zwillingsbruder Tom Kaulitz (beide 18), Bassist Georg Listing (20) und Schlagzeuger Gustav Schäfer (19) haben geschafft, wovon Superstar Robbie Williams bis heute träumt: Sie sind in Übersee angekommen – und wie. Zwei ausverkaufte Konzerte in Kanada haben sie bereits absolviert. Für die Gigs heute in Los Angeles und am Montag in New York gibt es längst keine Tickets mehr (bei Ebay werden die 15- bis 18-Dollar- Billets für bis zu 400 Dollar gehandelt). Ein Konzert in Anaheim wurde abgesagt, weil der Veranstalter Sicherheit von Band und Fans nicht gewährleisten konnte. Was bleibt, sind wenige Restkarten für einen eiligst anberaumten Zusatz-Auftritt in New York. Zugestanden – die Hallen sind mit einem Fassungsvermögen von 600 bis 1200 Zuschauern keine Olympiastadien. Doch das „Roxy“ in Los Angeles, gehört – wie das „Fillmore“ in New York – zu den besten Rock-Adressen des Landes. Neil Young, David Bowie, Prince und Bruce Springsteen standen dort schon auf der Bühne. Jetzt also Tokio Hotel.

Wie haben die das bloß geschafft? Was lässt Jugendliche weltweit in kreischende Verzückung geraten, sobald Bill und Co. irgendwo auftauchen? „Der Look“, sagt Frank Farian (66), der mit 800 Millionen verkauften Platten als erfolgreichster Musik-Produzent Deutschlands gilt (Boney M., Milli Vanilli). „Man kann ja nicht gerade behaupten, dass der Junge die Wahnsinns- Stimme hat.“ Laut einer Umfrage des Onlineportals „Sozioland“ sind 52 Prozent der Tokio-Hotel-Fans zwischen sechs und 16 Jahre alt, 87 Prozent sind Mädchen – eine Bevölkerungsgruppe, der lange Idole zum Anhimmeln fehlten. Bis Tokio Hotel Mitte 2005 mit „Durch den Monsun“ auf der Bildfläche erschien; eine groß gewordene Schülerband, jugendhaus-erprobt, nicht gecastet, bestehend aus vier grundverschiedenen Typen und damit ideal als Projektionsfläche für alle: Bill mit seinen auftoupierten Haaren – eine Hommage an David Bowie in dem Film „Die Reise ins Labyrinth“ – für die Wilden. Dreadlock-Tom in seinen Schlabberklamotten für Skater und Streetwear- Freunde, Georg mit dem Seitenscheitel für die Braven, der bodenständige Gustav für die Schüchternen. Dass die Kaulitz- Zwillinge nach der neunten Klasse die Schule abbrachen, machte sie in Kinderaugen zu Revoluzzern, dass sie aufs Fernabitur büffeln, für Eltern akzebtabel. Hinzu kam, dass just in diesemMoment dieMusik-Industrie die Taschengeld-Empfänger für sich entdeckte. Zielgruppen- orientierte Konzerte wurden wieder bezahlbar (Tokio Hotel liegen bei etwa 25 Euro), Parallelprogramme für begleitende Erwachsene ins Leben gerufen. Die Tokio-Hotel- Tour „Schrei“ avancierte zur erfolgreichsten Debüttournee Deutschlands. „Der Musikmarkt für Kinder geht nach oben, genau wie in der Mode, wo mittlerweile jedes Label eine Kinderlinie hat“, bestätigt Farian. „Auch wir versuchen, an diesem Boom teilzuhaben – mit unserer Gruppe ,Daddy cool kids’, die sind im Schnitt zehn Jahre alt und meine Tochter ist auch dabei.“

Mittlerweile haben Tokio Hotel mehr als 3,5 Millionen Platten veräußert und wurden mit Preisen überhäuft – nicht nur in Deutschland, auch in Frankreich, Russland, Italien und Tschechien. Ihre Popularität dort verdanken sie dem Internet. Die Generation Web 2.0 braucht keine Pop-Zeitschriften mehr. Sie loggt sich bei YouTube oder MySpace ein und ist grenzenlos up to date. „Früher musste eine Plattenfirma für die internationale Promotion viel Geld ausgeben. Heute läuft alles übers Internet – die Leute gehen rein und wissen gleich, wie ein Künstler aussieht und welche Euphorie er in anderen Ländern auslöst. Das schwappt natürlich über“, sagt Farian.

Die wohl eindrucksvollste Demonstration dieses Phänomens ist der Erfolg von Tokio Hotel in Israel. Die Jungs schafften es nicht nur als erste deutsche Band auf das Cover des Musikmagazins „Rosh E'had“. Im Netz unterschrieben zudem 5000 Fans eine Petition, um ihre Idole ins Heilige Land zu holen. Das Resultat: acht verletzte Mädchen und zwei zersplitterte Glastüren beim Konzert in Tel Aviv. Nordamerika müssen Bill, Tom, Georg und Gustav auf ähnlichen Umwegen erobert haben. Ihr englischsprachiges Album „Room 483“ ist dort noch nicht erschienen. „Das ist das Kuriose“, sagt Alex Richter von der Bookingagentur „Four Artists“. „Es gibt noch nicht mal eine Single.“ Rein theoretisch hätte also auch Robbie Williams in den USA landen können. Doch die Amerikaner ließen den Briten eiskalt abblitzen. „Ich glaube, der Robbie mit seinem ganzen Gehabe, den Mädels, dem Sex, diese Exzentrik – das war nicht americanlike. Amerika ist eigentlich prüde. Daran ist er gescheitert“, sagt Farian. „Tokio Hotel machen in dieser Hinsicht alles richtig: Diese Kinder sind lieb und nett.“ Tatsächlich kommt ihnen kaum ein böses Wort über die Lippen. Ein einziges Mal beschwerte sich Bill Kaulitz im „Stern“ darüber, dass er sich mitMütze und Sonnenbrille verkleiden muss, wenn er das Hamburger Loft verlässt, in dem die Band wohnt. „Das nervt schon manchmal“, maulte der Sänger – und schob flugs hinterher: „Aber die Fans sind toll. Die sind alle total lieb.“ Als Tom unlängst mit seinem Cadillac in eine Polizeikontrolle geriet, war er – natürlich – nüchtern. Und dass die Zwillinge immer im Vordergrund stehen, finden Gustav und Georg nicht etwa „zum Kotzen“ oder wenigstens „beneidenswert“, sondern „schon ok“. Bei so viel Friede, Freude, Eierkuchen fiel es auch nicht weiter auf, als Bill Kaulitz wirklich verbal entgleiste. Das Konzert in Tel Aviv eröffnete er mit dem Satz: „Scheißegal, was Euch passiert ist, scheißegal, was uns passiert ist.“ Jeder andere wäre scharf kritisiert worden, doch über den netten Bill wollte sich keiner so recht aufregen.

Mit dieser Mischung aus Unschuld und Authentizität können es Tokio Hotel noch weit bringen, glaubt Farian. „Ich halte es für möglich, dass sie auch in Amerika die Nummer 1 schaffen – wie Nena mit ihren ,99 Luftballons’. Nena war ja auch ein junger, süßer Interpret, den die Amerikaner putzig fanden.“ Äußerst putzig sind übrigens auch die Fans der freundlichen Vier: Im Internet tauscht die US-Community seit Tagen Adressen von Hotels in der Nähe der Konzert-Hallen aus – und Telefonnummern, „falls einer von uns in eine Notlage gerät“. Außerdem wird eifrig über die passende Begleitung der einzelnen Songs diskutiert. „Wie wär’s, wenn wir bei ,Lebe die Sekunde’ alle weiße Shirts oder Handtücher schwenken“, schlägt ein User aus San Diego vor, „und blaue Leuchtstäbe während ,Durch den Monsun’?“ Beide Ideen werden angenommen. Ebenso wie die Bitte, doch keine Schilder hochzuhalten: „Erstens kann die Band die Plakate wegen dem Licht auf der Bühne sowieso nicht lesen und zweitens sehen die Leute hinter Euch sonst nichts.“ Genau.

herrlich was meint ihr?! <3

16.2.08 19:40
 


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